Regionale Kulturlandschaft
Samtgemeinde Amelinghausen e. V.
, Hans Friedrich Müller

„Beethoven“ hat viele Amelinghausener Musikfreunde angelockt

Der Kultursaal im Rathaus war fast bis auf den letzten Platz besetzt, so groß war das Interesse an dem Konzert mit gut ausgewählten Werken von Ludwig van Beethoven.

Der Kultursaal im Rathaus war fast bis auf den letzten Platz besetzt, so groß war  das Interesse an dem Konzert mit gut ausgewählten Werken von Ludwig van Beethoven. Er wurde 1770 in Bonn geboren und war schon in jungen Jahren ein begnadeter und talentierter Klavierspieler. 

Die damalige höfische Gesellschaft entdeckte den jungen Klaviervirtuosen sehr schnell und engagierte ihn für ihre Festlichkeiten. Seine kompositorischen Werke, die im Vergleich zu den Komponisten wie Haydn und Mozart bei weitem nicht so umfangreich sind, werden heute weltweit am meisten gespielt und auch gehört.           

Die Pianistin Ritsuko Imagawa, die ursprünglich in Amelinghausen wohnte, und ihr ehemaliger Klavierlehrer Prof Mathias Weber konnten die Zuhörer sehr schnell von ihrem künstlerischen Können am Flügel begeistern. Die Mondscheinsonate, die von der klassischen Sonatenform abweicht, wurde von Frau Imagawa mit einer faszinierenden Fingerfertigkeit und überzeugender Souveränität interpretiert. Der erste Satz der Sonate ist im Vergleich zum Stil der Wiener Klassik vom Tempo her langsam gestaltet; der dritte Satz endet mit einem furiosen Finale. Hier merkt man, dass Beethoven seinen eigenen Musikstil zeigt und nicht mehr dem "main stream" der Wiener Klassik folgte.

Die von Prof. Weber gespielte Klaviersonate „Les Adieux“, die Beethoven anlässlich der Abreise der Kaiserlichen Hoheit aus Wien vor den herannahenden  napoleonischen Truppen 1809 komponierte, zeigt eine aufrüttelnde  kompositorische Dynamik; man gewinnt den Eindruck, dass biografische Erlebnisse – hier die Wut vor der feindlichen Besetzung Wiens - Einfluss auf  sein musikalisches Schaffen gehabt haben.  

Höhepunkt des Abends war die Symphonie Nr. 7 in einer Fassung für Klavier zu vier Händen in einer Bearbeitung von Carl Czerny, einem Schüler von Beethoven. Dieses Opus mit vier Sätzen verlangte von beiden Pianisten eine schnelle Fingerfertigkeit und ein extrem hohes koordiniertes Zusammenspiel. Beide Künstler zeigten diese Fähigkeit mit Bravour. Beide Pianisten haben sehr viel Applaus bekommen, mehr als der Veranstalter RegioKult mit abschließenden Dankesworten hätte zum Ausdruck bringen können. 

Der bekannte Beethoven-Interpret Igor Levit hat einmal folgendes gesagt: „Musik ist nicht nur gekennzeichnet durch schwarze Punkte auf den fünf übereinanderliegenden Linien. Es gehört noch mehr dazu.“  - Und das, was noch mehr dazu gehört, haben uns Frau Imagava und Prof. Weber gezeigt.  

Hans-Friedrich Müller für RegioKult